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Naturbeobachtungen

07.03.17

Die Uferschnepfen sind zurück inder Hetter

Nachdem es in den letzten Wochen reichlich geregnet hatte, präsentieren sich die Flächen in der Hetter pünktlich zur Ankunft der Vögel wunderbar feucht. Einige Ornithologen hatte die Tiere schon... [mehr]

Verfolgung durch den Menschen

Eine Uferschnepfe lebt gefährlich. Den Altvögeln wird auf dem Zug nachgestellt, weil in vielen europäischen und afrikanischen Ländern "traditionell" durchziehende Vögel bejagt werden. In Europa werden auch heute noch alljährlich Uferschnepfen geschossen. 

Über Verluste in den Überwinterungsgebieten Westafrikas z.B. im Senegal ist vergleichsweise wenig bekannt. 

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Rückgangsursachen in den Brutgebieten

Umbruch von Grünland in Ackerfläche (Foto: D. Doer, NABU-Naturschutzstation; Januar 2009)
Frisch gemähte Hetterwiese (Foto: A. Barkow, NABU-Naturschutzstation; Juni 2009)
Intensiv (links) gegenüber extensiv genutztem Grünland (rechts) (Foto: A. Barkow, NABU-Naturschutzstation)

Ein wichtiger Faktor ist die Intensivierung der Landnutzung. Verlust von Grünland, Aufgabe der Viehhaltung auf extensiven Weideflächen und eine zunehmende Intensivierung der Grünlandnutzung sind bei uns als Hauptursachen für den Rückgang der Art anzusehen. Entwässerung der Wiesen und Weiden führt zu geringerem Nahrungsangebot und schlechterer Nahrungsverfügbarkeit. Dieser Prozess geht einher mit einer zunehmenden Düngung. Ist der Boden zu trocken oder zu stark aufgedüngt, dann wächst die Vegetation zu schnell und zu dicht auf, so dass die Uferschnepfe auf intensiv genutztem Grünland nicht überleben kann. Dazu kommt, dass die erste Mahd auf Intensivflächen zu früh erfolgt. Oft zu einem Zeitpunkt, wenn die Uferschnepfen gerade brüten. Nach dem ersten Schnitt verliert das Grünland den Blühaspekt seiner Krautpflanzen. Das Grünland wird von Gräsern bestimmt, wird monoton und bietet dann auch für Küken zu wenig Nahrung, wenngleich die Altvögel auf den kurzrasigen Flächen gerne zur Nahrungssuche einfallen.

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Zu wenig Nachwuchs

Frühe Nester mit Gelegen werden gerade auf Feuchtwiesen durch spätes Schleppen und Walzen zerstört. Jungvögel werden bei der Mahd getötet, vor allem wenn die Mahd mit großen Maschinen in einem hohen Tempo durchgeführt wird. Arten- und insbesondere blütenarmes Grünland bietet zu wenig Nahrung für die Küken, so dass die Jungvögel in den wichtigen ersten Lebenstagen ihren Nahrungsbedarf nicht decken können. Mit der Folge, dass die Küken bei nasskalter Witterung nur geringe Überlebenschancen haben.

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Prädation

Rotfuchs (Foto: H. Brinkhof)
Graureiher
Turmfalke (Foto: A. Barkow, NABU-Naturschutzstation; Oktober 2008)

In vielen Brutbeständen der Uferschnepfe stellt Prädation, also der Verlust von Gelegen oder (Jung-)Vögeln durch Beutegreifer, ein großes Problem dar. Hierbei ist generell zwischen der Gelegeprädation und den Verlusten der nichtflüggen Jungvögel zu unterscheiden. Beides wirkt negativ auf den Bruterfolg.

Gelegeverluste

Nester bzw. Gelege werden bevorzugt von nächtlich suchenden Säugetieren, wie beispielsweise Fuchs, Hermelin, Mauswiesel, Iltis, Steinmarder, Igel und so weiter aufgespürt und ausgefressen. Aber auch Rabenkrähen sind durchaus erfolgreiche "Nesträuber".

Verluste von Jungvögeln

Sind die Jungvögel erfolgreich geschlüpft, so bleibt die Gefahr durch die Säugetiere während die Bedrohung durch die Rabenkrähe abnimmt. Mit einer Vielzahl von Greifvogelarten, Reihern und dem Weißstorch wird das Gefahrenpotenzial insgesamt jedoch nicht geringer. Anders als beim Gelege, wo Prädation meist den Totalverlust bedeutet, müssen die Jungvögel einzeln erbeutet werden. Von den Eltern verteidigt, in der Fläche verteilt, mobil und hervorragend getarnt sind die Überlebenschancen von einzelnen Jungvögeln in strukturreichen Lebensräumen doch nicht so schlecht. Die Überlebensrate hängt aber auch von der Dichte der Beutegreifer und deren Nahrungsangebot, z.B. der Feldmausdichte ab.
Man sieht: Der Bruterfolg kann erheblich von der Prädation bestimmt werden, diese hängt aber ihrerseits von vielen Faktoren ab, die wiederum jährlichen Schwankungen (wie z.B. die Bestandsdichte von Feldmäusen) unterliegen.

 

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