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Life+ Natur

Kiebitznest in den feuchten Flächen der Hetter.
Naturbeobachtungen

17.04.17

Die feuchten Wiesen locken zahlreiche Durchzügler und Brutvögel

Die feuchten Flächen in der Hetter sind attraktiv für die Vogelwelt. Wie sehr, zeigen mal wieder die aktuellen Beobachtungen. Als besondere Highlights konnten in den letzten Tagen ca. 20... [mehr]

Anlage von Senken und Optimierung von bestehenden Blänken

Senken und Blänken sind kleinere Gewässer, die häufig im Sommer austrocknen. Im Winter und im Frühjahr verhindern die schweren Auenlehmböden in der Hetter, dass Niederschlagswasser schnell im Boden versickert. Das Wasser bleibt in Senken und Blänken stehen.
Solche Kleingewässer mit flachen Schlammufern haben eine große Bedeutung für rastende und brütende Watvögel. In den weichen Böden stochern sie mit ihren langen, elastischen Schnäbeln nach Nahrung, wie Insektenlarven oder kleinen Schnecken. Auch die flugunfähigen Jungvögel, die in den Wiesen lebende Insekten zur Nahrung benötigen, profitieren von solchen offenen Feuchtstellen im Grünland. In der Hetter bestehen auch einige natürliche Senken, in denen im Frühjahr lange das Wasser steht.

Anfang der neunziger Jahre legte der NABU auf den eigenen und den Flächen der NRW-Stiftung Naturschutzblänken an. Auf den Naturschutzflächen im Brutgebiet der Uferschnepfe in der Hetter wird versucht, das abfließende Niederschlagswasser so lange wie möglich zu halten. Dafür werden Gräben mittels regulierbarer Wehre gestaut und zusätzlich eine flache Senke in der Mitte des Gebiets angelegt. 

Optimierung von Blänken

Viele im Gebiet vorhandene Blänken sind im Laufe der Jahre mit Schilf und Rohrglanzgras zugewachsen. Das ist ein natürlicher Prozess, der früher durch umfassende und großflächige Überschwemmungen des Rheins verlangsamt wurde. Innerhalb der Projektlaufzeit wurden insgesamt 12 kleine Naturschutzgewässer von Schilf und krautigen Pflanzen freigestellt. Durch das Entfernen von krautigen Pflanzen und aufkommenden Ufergehölzen werden die schlammigen Ufer für rastende Watvögel frei und können von diesen zur Nahrungssuche genutzt werden. Früher gab es in den alten Flussauen durch regelmäßige Überschwemmungen viele kleine Gewässer. Ein großer Teil davon trocknete im Sommer, also nach der Brutzeit der Watvögel, komplett aus. Durch den Einfluss des Hochwassers blieben die kleinen Senken überwiegend frei von Vegetation und somit wichtige Nahrungsflächen für Rast- und Brutvögel.

Anlage einer großen Senke

Im nördlichen Teil des großen Hetterbogens liegt nahe der Landwehr eine lange Zeit im Jahr flache wasserführende Senke. Hier rasten und schlafen viele Uferschnepfen und suchen nach Nahrung. Um die Hetter als Brutgebiet für Uferschnepfen und andere Watvögel noch attraktiver zu gestalten und das Brutareal der Uferschnepfen zu vergrößern, wurde im Winter 2012/2013 eine große neue Senke angelegt. Dazu wurden auf einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratmetern die obersten Zentimeter des Bodens abgetragen. Es entstand eine über mehrere Flächen verlaufende Senke, die im Frühjahr bereits von vielen Uferschnepfen, Rotschenkeln und Großen Brachvögeln angenommen wurde.