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Life+ Natur

Kiebitznest in den feuchten Flächen der Hetter.
Naturbeobachtungen

17.04.17

Die feuchten Wiesen locken zahlreiche Durchzügler und Brutvögel

Die feuchten Flächen in der Hetter sind attraktiv für die Vogelwelt. Wie sehr, zeigen mal wieder die aktuellen Beobachtungen. Als besondere Highlights konnten in den letzten Tagen ca. 20... [mehr]

Ein Naturschutzgebiet mit internationalem Prädikat

Sumpfdotterblumenwiesen: ein FFH-relevanter Lebensraum in der Hetter (Foto: D. Cerff, NABU-Naturschutzstation; Mai 2006)

Seit 1983 ist die Hetter ein wichtiger Bestandteil des Feuchtgebietes internationaler Bedeutung gemäß Ramsar-Konvention und zugleich EU-Vogelschutzgebiet "Unterer Niederrhein". Dieses erstreckt sich auf 260 km2

von Duisburg bis zur niederländischen Grenze hinter Kranenburg. Ein weiterer Meilenstein für den Naturschutz in der Hetter war die Ausweisung als Naturschutzgebiet im Jahr 1992. Im Jahr 2000 meldete Deutschland die Hetter als FFH-Gebiet (FFH = Flora Fauna Habitat) an die EU-Kommission. Damit gehört die Hetter zu einem weltweit einmaligen Netzwerk von ökologisch besonders bedeutsamen Gebieten. Die Europäische Union bewahrt in diesem Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 europaweit bedeutsame Vorkommen von Arten und Lebensräumen.

Flächenkauf für den Naturschutz

Extensiv genutzte Wiesenschaumkrautwiese auf NRW-Stiftungsfläche (Foto: D. Doer, NABU-Naturschutzstation; April 2009)
Extensiv genutzte Wiese mit Kuckucks-Lichtnelke auf NABU-Fläche im Kleinen Hetterbogen (Foto: D. Cerff, NABU-Naturschutzstation; Mai 2006)

Bereits seit den 1980er Jahren engagiert sich der NABU zusammen mit der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege für den Schutz der Hetter. Anfang der 1990er Jahre konnte die NRW-Stiftung den niederrheinischen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch als Paten für die Hetter gewinnen. Hanns Dieter Hüsch warb intensiv für „sein Patenkind“. So konnten dank umfangreicher Spenden rund 80 Hektar besonders wertvolle Flächen durch die NRW-Stiftung im Großen Hetterbogen angekauft werden. Der NABU und das Land Nordrhein-Westfalen erwarben weitere Flächen. Ortsansässige Landwirte bewirtschaften diese naturschutzverträglich zum Schutz der Wiesenvögel. Mittlerweile befinden sich insgesamt rund 100 Hektar Naturschutzflächen in Großem und Kleinem Hetterbogen im Eigentum der NRW-Stiftung, der NABU-Naturschutzstation und des Landes NRW. Im Rahmen des Kulturlandschaftsprogrammes des Kreises Kleve werden zur Zeit zusätzlich über 73 Hektar von Landwirten extensiv bewirtschaftet. Dafür erhalten sie eine finanzielle Entschädigung. Das bedeutet, dass derzeit etwa 170 Hektar extensiv bewirtschaftet werden.

Schutzgebietsbetreuung

Brutvogelkartierungen sind wichtiger Bestandteil der Schutzgebietsbetreuung (Foto: M. Glöckner, NABU-Naturschutzstation; März 2008)
Suche nach Dauerquadraten für die Vegetationserfassung im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung (Foto: D. Doer, NABU-Naturschutzstation; April 2006)

In Nordrhein-Westfalen gibt es ein flächendeckendes Netz von Biologischen Stationen, welche im Auftrag der Naturschutzbehörden Schutzgebiete betreuen. Zu dieser Betreuung gehören Bestandsaufnahmen von Vogelwelt, Flora und Vegetation sowie weiterer ausgewählter Tiergruppen, zum Beispiel Heuschrecken und Libellen. Auf der Basis dieser Erhebungen werden Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung geplant und deren Umsetzung organisiert. Die Betreuung des Naturschutzgebietes „Hetter-Millinger Bruch“ erfolgt seit 1994 von der NABU-Naturschutzstation Niederrhein e.V. in Kranenburg. Seit 2002 betreuen die NABU-Naturschutzstation Niederrhein und das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V. in Rees-Bienen das Schutzgebiet gemeinsam. Diese beiden Biologischen Stationen führen das Life+Natur-Projekt "Uferschnepfen-Lebensraum Hetter" in Kooperation aus (Kontaktdaten s. Kontakt).