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Life+ Natur

Kiebitznest in den feuchten Flächen der Hetter.
Naturbeobachtungen

17.04.17

Die feuchten Wiesen locken zahlreiche Durchzügler und Brutvögel

Die feuchten Flächen in der Hetter sind attraktiv für die Vogelwelt. Wie sehr, zeigen mal wieder die aktuellen Beobachtungen. Als besondere Highlights konnten in den letzten Tagen ca. 20... [mehr]

Lebensräume

Wiesenschaumkraut-Wiese im Großen Hetterbogen (Foto: D. Doer, NABU-Naturschutzstation; April 2009)
Kuckucks-Lichtnelken-Wiese im Kleinen Hetterbogen (Foto: D. Cerff, NABU-Naturschutzstation; Mai 2006)
Feuchte Senke im Grünland (Foto: D. Doer, NABU-Naturschutzstation; April 2009)

Prägend für die Hetter sind die ausgedehnten, offenen und feuchten Grünlandflächen, die von ortsansässigen Landwirten als Wiese oder Weide bewirtschaftet werden. Hier entwickelten sich Sumpfdotterblumenwiesen, die hinsichtlich ihres Artenreichtums und ihrer Ausdehnung einmalig am Unteren Niederrhein sind. Gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU steht die Hetter auch insbesondere aufgrund ihrer wertvollen Glatthafer-Mähwiesen unter Schutz.

Flora und Fauna

Fliegende Blässgänse (Foto: K. Karkow, NABU-Naturschutzstation; Dezember 2004)
Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) (Foto: D. Doer, NABU-Naturschutzstation; April 2009)
Sumpfdotterblume (Caltha palustris) (Foto: A. Barkow, NABU-Naturschutzstation; April 2008)
Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) (Foto: D. Doer, NABU-Naturschutzstation; Mai 2009)
Froschbiss (Foto: D. Doer, NABU-Naturschutzstation; Mai 2009)
Wasserfeder (Hottonia palustris) (Foto: D. Cerff, NABU-Naturschutzstation; Mai 2006)
Eine Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) macht das typische "Zick" mit ihrem Hinterbein (Foto: A. Barkow, NABU-Naturschutzstation; September 2008)

Die wichtigsten Wintergäste der Hetter sind die Blässgänse, die im 5.000 km entfernten Sibirien brüten. Ist der Winter vorbei, überzieht das Wiesenschaumkraut die Feuchtwiesen großflächig mit einem weiß-rosa gefärbten Schleier. Kommt der Frühling, sind die Wiesen mit den gelben Tupfern der Sumpfdotterblume, auch Butterblume genannt, übersät und die Kuckucks-Lichtnelke blüht rosa. Die Rote-Liste-Pflanzenarten Froschbiss und Wasserfeder besiedeln häufig dauerhaft Wasser führende Gräben, die der Deichverband Bislich-Landesgrenze regelmäßig aber extensiv bewirtschaftet.

Im Sommer ist auf den Flächen noch das auffällige Zick der Sumpfschrecke zu hören. Diese Art hat am Niederrhein durch die umfangreiche Entwässerung von Feuchtgebieten nur an wenigen Stellen überlebt. Auf den Sumpfdotterblumenwiesen in der Hetter findet sie ideale Lebensbedingungen.

Bis zum Abflug in wärmere Gefilde nutzen hunderte Kiebitze die Hetter als Spätsommerrastplatz.

Wichtiges Wiesenbrütergebiet

Uferschnepfe ( Foto: H. Glader, BioStation Kr. Wesel)
Rotschenkel ( Foto: H. Glader, BioStation Kr. Wesel)
Bekassine (Foto: T. Dove, NABU)
Großer Brachvogel ( Foto: H. Glader, BioStation Kr. Wesel)
Kiebitz ( Foto: H. Glader, BioStation Kr. Wesel)

Die Hetter ist das einzige Gebiet in Nordrhein-Westfalen, in dem mit Uferschnepfe, Rotschenkel, Bekassine, Großem Brachvogel und Kiebitz noch alle fünf der gefährdeten Feuchtwiesen-Watvogelarten brüten. Damit ist die Hetter eines der wichtigsten Wiesenbrütergebiete in ganz Nordrhein-Westfalen.

Herausgehoben ist die Bedeutung der Hetter als Brutgebiet für die Uferschnepfe, daher wurde sie als Zielart des Life+Natur-Projektes ausgewählt. Die Uferschnepfe wird auf einer extra Seite ausführlich vorgestellt.

 

Weitere Wert gebende Wiesenbrüter kamen seit 2000 in folgenden Beständen vor:

  • Rotschenkel: 5 bis 10 Brutpaare
  • Bekassine: bis zu 9 (2000-2004) und 0 bis 2 Brutpaare (ab 2005)
  • Großer Brachvogel: 1 bis 3 Brutpaare
  • Kiebitz: 35 bis 65 Brutpaare